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29.03.2021 / Allgemein / Art Department / B2B Marketing / B2B Marketing Trends / Blog / Content Creation / Design / Infografik / Praxistipps

Blog-Artikel

Infografiken in der B2B Kommunikation

Wie Visualisierungen dabei helfen, komplexe Inhalte zielgruppenspezifisch darzustellen

Wer kommuniziert besser: Bild oder Text? Die Infografik!

Komplexe Zusammenhänge vermitteln, ohne dass man stundenlang Texte lesen muss, ist ihre Superkraft. Mit den Vorzügen einer Dienstleistung oder eines Produkts zu beeindrucken, ohne dass man Kunden mit verwirrenden Einzelheiten überhäuft, ist ihr Ertrag. Und genau das braucht die B2B Kommunikation in der beschleunigten Welt. Also auf die Grafik, fertig, los!

Verstehen ohne Worte

Mehr als 50% des menschlichen Gehirns ist in irgendeiner Weise an der Analyse und Interpretation von visuellen Reizen oder an der Reaktion auf sie beteiligt – und das ganz automatisch. Innerhalb von etwa 150 Millisekunden kann das Gehirn ein Symbol komplett verarbeiten. Innerhalb von etwa 100 Millisekunden wird schon eine Bedeutung mit dem Symbol verknüpft. Diese Verknüpfung muss nicht erlernt werden, das schaffen unsere Zellen im Kopf ganz selbstständig, und zwar schon im Vorschulalter.

Ein Beispiel, um dies zu verdeutlichen, ist das gute alte STOPP-Schild: Es dauert 150 Millisekunden, bis man es in seiner gesamten rot-weiß-sechseckigen Schönheit wahrgenommen hat. Bereits nach 100 Millisekunden hat das Gehirn die Botschaft verstanden. Wenn man nun im Auto sitzt wird der rechte Fuß im Normalfall nun automatisch etwas leichter und bewegt sich weiter nach links. In der Psychologie wird dieses Erlernen von Verhaltensmustern ebenfalls genau betrachtet. Sie erleichtern uns das Leben – und helfen dabei, die Komplexität der Realität zu vereinfachen und Ressourcen zu sparen.

Im Gegensatz zum STOPP-Schild hat die Vorstellung eines gut gemeinten Textes am Straßenrand wie: „Lieber Autofahrer, Liebe Autofahrerin, bitte denken Sie daran an der Linie zu halten. Gehen Sie daher jetzt schon vom Gas und tätigen Sie die Bremse. P.S. Gute Reise!“ durchaus ihren Reiz. Doch wenn sich nicht jeder Fahrende den Text Wort für Wort durchliest, kann es schon zu dem ein oder anderen Blechschaden kommen.

Verstehen ohne Worte ist also möglich und kann durchaus effizient sein. Doch weshalb ist es so wichtig, Infografiken in der B2B Kommunikation einzusetzen?

 

Das Hirn und die moderne Informationsverarbeitung – darum brauchen wir Infografiken

Als B2B Agentur ist es unsere Aufgabe Daten und Fakten so zu vermitteln, dass sie eine bestimmte Zielgruppe ansprechen. Ansprache ist dabei immer mit Visualität verbunden: bei der Face to Face Kommunikation mit Mimik und Gestik, beim Lesen durch die tragende Rolle des Auges. Neben dieser Verbindung kommt hinzu, dass Visuelles immer mehr in den Vordergrund rückt. Das liegt daran, dass sich das Leseverhalten durch die verfügbare Masse an Informationen im Netz grundlegend verändert hat. Meistens scannen Lesende Fließtexte, um möglichst ressourcenschonend das herauszufiltern, was für sie relevant ist.

Besonders wenn Texte auf dem Bildschirm betrachtet werden, ist klassisches „Wort-für-Wort-Lesen“ selten geworden. So lässt sich mit Eye-Tracking Studien feststellen, dass Online-Leser im Schnitt gerade einmal 28% der geschriebenen Worte eines Fließtextes lesen. Nur 16% erfassen tatsächlich jedes Wort. Das wiederum liegt nicht daran, dass wir lesefaul geworden sind, sondern dass unser Gehirn sich anpasst: Wenn Lebens- und Lesebedingungen eher die schnelle Aufnahme möglichst vieler Informationen verlangen, wird das Gehirn vermehrt Texte abscannen und Schlüsselbegriffe herausfiltern. Im Gegensatz zum Lesen geht diese Anpassung ganz von allein und muss nicht erst erlernt werden. Ein Beispiel gefällig, wie großartig unser Gehirn funktioniert?

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Dass das Auge während seines informationsfilternden Prozesses an hervorgehobenen Textstellen und Bildern hängen bleibt, können wir als Kommunikationsakteure für die eigenen Zwecke nutzen. Listen, Zwischenüberschriften, aber eben auch Grafiken springen beim Überfliegen nicht nur ins Auge, sondern werden einfach schneller verarbeitet als Fließtexte und sind daher besonders attraktiv für Betrachtende.

Das heißt: Infografiken bieten einerseits die Möglichkeit, durch Bilder textliche Elemente auszulassen. Denn wie das STOPP-Schild Beispiel zeigt, kann man auch ganz ohne Worte verstehen. Andererseits werden Infografiken wegen der schieren Menge an Informationen, mit denen man tagtäglich konfrontiert wird, einem Fließtext vorgezogen. Das liegt daran, dass das menschliche Gehirn sie deutlich schneller aufnehmen und verstehen kann. Genau diese beiden Eigenschaften kann man nutzen, um mit Infografiken die B2B Kommunikation zu optimieren.

 

Der Nutzen für B2B Kommunikation

Im Gegensatz zum B2C Bereich stehen im B2B meistens Fakten im Vordergrund. Wenn man als Endnutzer ein Shampoo kaufen möchte steht nicht an erster Priorität, dass seine Anwendungsdauer die der Konkurrenz um 2 Sekunden schlägt. Will man allerdings ein Röntgengerät an ein Krankenhaus verkaufen zählen solche Daten umso mehr. Denn im Krankenhausalltag macht es durchaus einen Unterschied, ob man an einem Tag 100 Patienten oder nur 50 Patienten röntgen kann. 50% länger zu warten, bis Schaum auf der Kopfhaut entsteht, ist damit wohl nicht ganz vergleichbar.

Infografiken können insbesondere in der B2B Kommunikation sehr hilfreich sein, da sie das Potenzial haben:

  1. Produkteigenschaften oder Leistungsspektren komplexitätsreduzierend darzustellen
  2. Geschäftsabläufe einfach zu veranschaulichen
  3. Unternehmensstrategien leicht verständlich zu dokumentieren
  4. Viele wichtige Informationen innerhalb kürzester Zeit zu transportieren

Die Möglichkeiten, welche Infografiken mit sich bringen, gelten nicht nur für Texte in Printmedien oder Onlineblogs, sondern insbesondere auch für Websites. Hier bieten Backlinks die Möglichkeit das SEO einer Website zu verbessern, denn Infografiken mit den richtigen Keywords im Linktext führen zu einer erhöhten Sichtbarkeit. Hilfreich ist es hierbei auch Share Buttons sinnvoll zu platzieren, um auf möglichst viele Kanäle zu gelangen.

 

Was macht eine gelungene Infografik aus?

Wie schon beim STOPP-Schild Beispiel gezeigt wurde, gilt es bei einer Infografik möglichst wenig Text zu nutzen, damit das Gemeinte zielgereichtet und schnell verstanden wird. Dabei ist es die Aufgabe von richtig guten Infografiken, auch komplexere Zusammenhänge als „Schild sehen – bremsen“ kompakt und präzise darzustellen.

Infografiken bestechen dabei vor allem dadurch, dass sie den Betrachter anschaulich aber strukturiert durch ein Thema leiten. Die Essenz von ihnen ist viel Grafik und wenig Text. Wenn die Gestaltung auch noch richtig ansprechend ist haben Infografiken zusätzlich das Potenzial, in sozialen Medien viral zu gehen. Wer noch einen Textbeitrag braucht, damit eine Infografik verstanden wird, versäumt diese Möglichkeit jedoch.

Nur Infografiken, die so gut sind, dass sie ohne Kontext auskommen, erfüllen ihren Zweck. Ansonsten handelt es sich nur um einen Fließtext mit ein paar Bildern oder Balken. Obwohl man sich das Thema selbstverständlich nicht immer aussuchen kann, hilft es, wenn Infografiken überraschende oder relevante Fakten zu Tage bringen, am besten mit Aha-Effekt.

Diesen Aspekt nutzt das populärwissenschaftliche KATAPULT Magazin so clever, dass es damit ein breites Publikum für ganz komplexe, eigentlich nicht massenkompatible Themen findet. Seine Infografiken sind eine Mischung aus Kuriosem und knallharten Fakten – das weckt die Neugier des Lesers.

War Ihnen bewusst, dass manche Großfirmen einen höheren Marktwert haben als die jährliche Wirtschaftskraft einiger europäischer Staaten?

Wie die visuelle Aufbereitung letzten Endes aussieht, hängt vom Typ der Daten und Informationen ab, die sie repräsentieren sollen. Während es naheliegt, dass räumliche Zusammenhänge, wie der Marktwert im europäischen Raum, in Karten dargestellt werden, visualisiert man Daten, Zahlen und Zahlenverhältnisse in Zahlendiagrammen.

Mithilfe dieses Zahlendiagramms konnten wir die Einsparungen durch die innovativen Healthcare Produkte unseres Kunden mit nur wenigen Blicken demonstrieren.

Auch Produktinformationen und komplexe Sachverhalte können in Infografiken aussagekräftig dargestellt werden. Hierfür eignen sich zum Beispiel Explosionszeichnung von Objekten oder Organigrammen.

Diese Explosionszeichnung einer chirurgischen Liege haben wir erstellt, um unserem Kunden eine Möglichkeit zur einfacheren Darstellung des komplexen Aufbaus und der Funktionen beim Verkauf zu erleichtern.

Auch Mischformen von verschieden Darstellungstypen sind denkbar, solange das wichtigste Element einer Infografik beibehalten wird: wenig Text, schnelle Erfassbarkeit und inhaltliche Genauigkeit der Daten.

 

Unser 5-Schritte Plan für die Nutzung von Infografiken im B2B

Sie sind begeistert von den unendlichen Möglichkeiten von Infografiken in der B2B Kommunikation? Dann bleibt nur noch eine Frage: Erstellen lassen oder selbst gestalten? Obwohl es inzwischen jede Menge wunderbarer Tools gibt, mit denen Freunde der grafisch aufbereiteten Information sich austoben können, sollte die Struktur des Vorgangs unbedingt berücksichtigt werden:

1. Recherchieren & Skizzieren

Nachdem man ein spannendes Thema gefunden hat steht die Recherche zunächst im Vordergrund. Dabei sollte unbedingt die Quintessenz der zu übermittelnden Informationen herausgefiltert werden. Es hilft die recherchierten Fakten zu sortieren und strukturieren, inklusive aller wichtigen thematischen Bezügen. Erst wenn die Skizze verständlich ist und der informative Mehrwert klargestellt, kann man sich Gedanken über die Grafikerstellung machen.

2. Bildsprache einhalten

Bei jeder grafischen Aufbereitung, auch bei Infografiken, muss eine einheitliche Bildsprache gemäß des Corporate Designs eingehalten werden. Bei der Farbauswahl ist beispielsweise darauf zu achten, dass Farbabstufungen einen besseren Gesamteindruck hinterlassen, als wenn einmal die gesamte verfügbare Farbpalette zu sehen ist. Auch bei der Schrift ist weniger mehr: maximal 2-3 Schriftschnitte und -größen sollten hier die Regel sein.

3. Visualisierungen mit Aussagen verknüpfen

Man sollte inhaltlich stimmige und aussagekräftige Visualisierungen verwenden. Dabei ist stets zu beachten, den Diagrammtyp und die grafischen Elemente zu wählen, die am besten zum Thema passen.  Eine Infografik soll schließlich dem Betrachter einen Mehrwert liefern und auf keinen Fall verwirrend sein.

4. Useability in den Vordergrund stellen

Man muss alle Inhalte, auf allen Kanälen (Webversion & Mobileversion) gut erkennen und lesen können. Besonders wenn die Infografik über soziale Medien verbreitet werden soll, muss man auch die Formatvorgaben von Facebook, Instagram, LinkedIn und Co beachten. Nur so bekommt die Infografik mehr Reichweite.

5. Nicht zögern einen Profi zu fragen

Richtig gute Infografiken erstellen, ist gar nicht so einfach und braucht seine Zeit. Je komplexer die Information, desto mehr Know-how wird benötigt, um sie leicht verständlich aufzubereiten. Fakten dürfen durch vereinfachte Darstellungen auf keinen Fall verfälscht werden. Außerdem darf der Betrachter weder auf die falsche Fährte gelockt noch mit Informationen und Zusammenhängen verwirrt werden.

Kommunikationsdesigner lernen eben diese feine Kunst über viele Jahre und haben sich neben einem ästhetischen Gespür auch handfestes Wissen in puncto Gestaltung erarbeitet. Profis kennen genau die Elemente, die sie brauchen, um eine Infografik zu zaubern, die unverkennbar einer bestimmten Firma zugeordnet wird. Daten werden so kreativ aufgearbeitet, dass sie mehr als nur Säulen, Torten oder Tabellen sind und damit einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

 

Als B2B Agentur bieten wir ganzheitliche Lösungen für Unternehmen, doch ohne Visualisierungen ist unsere Arbeit undenkbar. Wir sind sehr stolz auf die Kreativität unseres Grafik Teams, welches auch Ihnen zur Seite steht. Vereinbaren Sie noch heute ein Gespräch, wenn Sie unsere Leistungen nutzen wollen.

 

Fazit

Infografiken stellen für die B2B-Kommunikation einen echten Mehrwert dar, denn mit ihrer Hilfe können Menschen gewonnen werden, die lange Fließtexte schnell ausfiltern würden. Bei guter Konzeption kann man durch visuelle Darstellungen komplexe Sachverhalte leicht verständlich auf den Punkt bringen. So erreichen selbst Nischenthemen ihre Zielgruppe. Für ein optimales Ergebnis sollte aber immer ein Grafikprofi miteinbezogen werden.

Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Infografiken bereits ihr volles Potential erreicht haben? Worauf achten Sie, wenn Sie eine Infografik sehen? Haben Sie sich auch schon einmal dabei ertappt einen Text nicht zu lesen, sondern direkt zur Visualisierung zu springen?

Wir freuen uns auf den Austausch und stehen Ihnen selbstverständlich als Grafik-Experten für Anfragen und Fragen zur Verfügung.

 

 


Weitere Quellen:

https://www.seokratie.de/infografik-prof-stoll/

Handbuch Text und Gespräch

https://www.maria-horschig.de/leseverhalten-im-web/

https://katapult-magazin.de/de/artikel/artikel/fulltext/wie-wertvoll-sind-firmen-und-staaten/

https://www.allpsych.uni-giessen.de/karl/teach/aka.htm

https://www.journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/549/616

https://www.deutsche-startups.de/2011/04/20/seo-mit-infografiken/

Autorin

Franziska Köhl

Head of Corporate Communications