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25.08.2021 / Allgemein / B2B Marketing / Blog / Content Creation / Datadriven Marketing / Praxistipps / Storytelling

Blog-Artikel

"Kommunikation ist der Schlüssel"

Ein Expertengespräch mit Cedrik Neike und Prof. Dr. Joachim Hornegger rund um das Thema Digitalisierung

Digitalisierung und die Bedeutung von Kommunikation im Change Prozess sind Themen, mit denen wir uns als Digital Agency häufig beschäftigen. Im Rahmen der TEDx Nürnberg, bei der wir als Partner dabei waren, konnten wir Interviews mit zwei zentralen Persönlichkeiten der deutschen digitalen Industrielandschaft führen.

 

 

Prof. Dr. Joachim Hornegger ist Präsident der innovativsten Universität Deutschlands, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Niemand weiß so gut wie er, dass ohne Visionen keine Innovationen entstehen können und wirklich jeder von Motivation und Karriereplanung profitiert.

Cedrik Neike absolvierte eine betriebliche Ausbildung bei Siemens, studierte anschließend Maschinenbau und Finance in London und ist inzwischen nach einem Abstecher zum Silicon Valley Zentralvorstand der Siemens AG und CEO von Siemens Digital Industries. Wenn sich jemand mit den Digitalisierungsprozessen von Unternehmen auskennt, dann er.

 

Die Antworten, welche wir von Prof. Dr. Joachim Hornegger und Cedrik Neike erhalten haben, sind im Folgenden gegenübergestellt.

Nachgefragt hat übrigens DYADIC Geschäftsführer Kai Sievers. Nicht nur bei Kunden überzeugt er mit seinem ausgeprägten Knowhow über Change Communication. Erst vor kurzem leitete er in seiner eigenen Firma einen Change Prozess erfolgreich ein. Denn DYADIC ist inzwischen mehr als eine Kommunikationsagentur, mit einem neuen Fokus auf datengetriebene Kommunikation und digitale Analysetools. Er weiß daher, worauf es bei der Kommunikation von Veränderungen ankommt. Mehr dazu hier.

 

 

 

Kai Sievers: Digitalisierung hat viel mit Kommunikation von Neuem zu tun. Wie wichtig finden Sie Kommunikation in Veränderungsprojekten und welche Bedeutung hat gute Kommunikation für Mitarbeitende und deren Karrieren?

Cedrik Neike: Ich persönlich halte Kommunikation neben Human Resources für eine der unterschätztesten Disziplinen. Das gilt vor allem in Situationen von Veränderungen – unabhängig davon, ob diese gewollt sind oder nicht. Die Pandemie hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig Kommunikation ist – nicht nur, um zu informieren, sondern auch um ein Gemeinschaftsgefühl herzustellen, insbesondere in Zeiten von Mobile Working. Jede Transformation – egal ob gewollt oder durch unerwartete Krisen ausgelöst – kann nur gelingen, wenn man die Beteiligten abholt und mitnimmt. Hier ist Kommunikation der Schlüssel. Durch sie ist es möglich, alle auf die Transformation einzustimmen und sie dafür zu begeistern. Aber Kommunikation ist auch keine Einbahnstraße: Mir ist es besonders wichtig, auch von meinen Teams und der Organisation Feedback zu erhalten. Nur so können wir alle besser werden in dem, was wir tun.

Joachim Hornegger: Bei Veränderungsprozessen ist Kommunikation einer der Erfolgsfaktoren. Denn nur wenn Menschen Veränderungen und die Gründe dafür verstehen, können sie solche Prozesse mittragen und mitgestalten. Das gilt für die Veränderungen im Zuge der Digitalisierung in ganz besonderem Maß, weil sie nicht nur einzelne Betriebe oder Institutionen sowie bestimmte Gruppen von Beschäftigten betrifft, sondern unsere ganze Gesellschaft und alle Lebensbereiche. An der FAU hat gerade auch durch die Corona-Pandemie die Digitalisierung immens Fahrt aufgenommen – digitales Arbeiten, digitale Lehre, die Digitalisierung von Prozessen. Deshalb haben wir auch seit Anfang 2020 die Kommunikation deutlich verstärkt.

 

Sinnvolle Kommunikation ist in der digitalisierten Welt unverzichtbar. Gerade wenn sich Dinge ändern braucht es eine durchdachte Kommunikationsstrategie. Erfahren Sie hier mehr über Change Communication.

 

 

Kai Sievers: Wie wirken positive Zukunftsvisionen im Rahmen der digitalen Transformation, sind diese stark genug, um Menschen zu aktivieren?

Cedrik Neike: So sehr ich der Aussage recht gebe, dass Wandel die einzige Konstante im Leben ist: Veränderungen machen immer noch vielen Menschen Angst. Transformation funktioniert aber nur dann, wenn die Beteiligten diese mittragen und sie als Chance erkennen. Positive Zukunftsvisionen sind deshalb ein wirkungsvoller Katalysator für die digitale Transformation. Wer versteht, wie Digitalisierung helfen kann, unser Leben und unsere Arbeit einfacher und nachhaltiger zu machen, ist eher gewillt, diesen Wandel aktiv mitzugestalten.

Joachim Hornegger: Wenn Menschen keine positiven Zukunftsvisionen vor Augen haben, wenn sie sich auf den Weg einer Veränderung begeben – warum sollten sie es dann tun? Nur die Aussicht auf eine positive Zukunft kann doch uns Menschen motivieren, Bewährtes aufzugeben und uns auf etwas Neues einzulassen. Das ist das Geheimnis hinter vielen Innovationen.

 

Die Zukunft besser gestalten, damit die Welt einen positiven Wandel vollziehen kann – das ist der Ansporn für viele Thought Leader, InnovatorInnen und Unternehmende. Erfahren Sie hier, warum Zukunftsvisionen menschlich sind und was das für B2B Marketing bedeuten.

 

 

 

Kai Sievers: Wie nehmen Sie den Mittelstand oder auch größere Unternehmen in ihrer Veränderungsfähigkeit zur Digitalisierung wahr und wie könnte interne Kommunikation einen positiven Einfluss haben?

Cedrik Neike: Das Schlüsselwort ist aus meiner Sicht nicht Veränderungsfähigkeit, sondern Veränderungswille. Die digitale Transformation kann keiner allein stemmen. Weder die Industrie noch die Politik oder die Wissenschaft. Wir müssen Ökosysteme von Partnerschaften und Kooperationen aufbauen, um gemeinsam aus den unendlich vorhandenen Daten den größtmöglichen Nutzen zu ziehen. Die interne Kommunikation muss hier einen großen Beitrag leisten, indem sie diese Notwendigkeit erklärt und hilft, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch diesen Change als Chance begreifen. Die Potenziale der digitalen Transformation sind enorm, aber heben können wir sie nur gemeinsam. Und so profitiert in solchen Ökosystemen am Ende jeder. Jeder bringt seine Stärken ein und in der Summe kann jeder mehr dadurch gewinnen als allein.

Joachim Hornegger: Wir wissen, dass in jedem Unternehmen die Menschen der Schlüssel für die erfolgreiche Umsetzung von Veränderungen sind. Nur durch ihren Beitrag können Veränderungen mutig umgesetzt werden. Was mittelständischen Unternehmen hierbei sicherlich zu Gute kommt, ist die meist hohe Identifikation der Beschäftigten mit ihrem Betrieb. Dieser Vorteil ist in größeren Einheiten naturgemäß schwerer zu erreichen. Um diese Stärke jedoch im Sinne des Unternehmens zu realisieren, benötigt man eine starke interne Kommunikation, um die Beschäftigten abzuholen, die Notwendigkeit für Veränderungen transparent zu erklären und den Raum für Diskussionen zu öffnen. Diese Schlüsselparameter im Kontext von Veränderungsfähigkeit zu erkennen, ist essenziell – unabhängig davon, ob es sich um Mittelständler, Großkonzerne oder Universitäten handelt. Die FAU hat sie erkannt und arbeitet mit ihren Kommunikationsmaßnahmen fortlaufend daran, ihre 40.000 Studierenden sowie 13.000 Beschäftigten für die FAU zu begeistern und die Identifikation zu stärken.

 

DANKE!

Wir bedanken uns recht herzlich bei den beiden Interviewpartnern für ihre Expertenmeinungen und Denkanstöße rund um die Themen Digitalisierung und Change Communication.

Für neuen Input und interessante Gespräche sind wir immer zu haben. Lassen Sie uns daher gerne auch Ihre Meinung zu kommen! Wir freuen uns stets auf spannenden Austausch und intelligente Fragen. Kontaktieren Sie uns hier.

Autorin

Franziska Köhl

Head of Corporate Communications